Baubericht zu meiner neuen Terrarienanlage

Nachdem ich mich entschlossen hatte mein Reptilienzimmer umzubauen um mehr Platz zu schaffen ging ich auf die Suche  nach einem geeigneten Terrarienanbieter.

Da ich mir eine bestimmte Form der Terrarienanlage vorgestellt habe und die Anlage in Alu-Bauweise erstellt werden sollte,trennte sich schnell die Spreu vom Weizen und ich wurde bei der Firma MarineSystems fündig.Dort ging Herr Weber auf meine Wünsche ein,hat mich sehr gut beraten und mit Tipps und Hinweisen bei meinem nicht gerade kleinem Bauvorhaben begleitet.Nachdem ich eine Skizze meiner Vorstellung erstellt und per E-Mail an Herrn Weber geschickt habe,dauerte es noch einige Mails mit Verbesserungen und Detailabsprache.

Zwei Tage später wurden 6 unterschiedlich große und recht schwere Pakete(der arme Postler)angeliefert.

Wie man aus der Skizze erahnen kann , besteht die Anlage aus drei Säulen mit je zwei Terrarien.Dies war notwendig, um Säule für Säule aufbauen zu können , die alten Terrarien abzubauen und vor allem die vorhandenen Tiere entsprechen umsetzen zu können.

Aufbauskizze

Der Aufbau begann...

Der Platzmangel, der in dem kleinen 9m² Terrarienzimmer herrschte, machte den Aufbau nicht leichter aber ich war vom Baufieber infiziert und ich habe mich schließlich eingearbeitet.

Die Alu-Profile hatten Stege mit 16 mm Abstand, so war es nicht schwer im Baumarkt die passgenauen Zuschnitte von beschichteten Spanplatten für Böden ,Rück- und Seitenwände sowie die Deckplatten anfertigen zu lassen. Die Platten Heimfahren und Hochschleppen war der Kraftzehrendeste Teil des Projekts

Wie besprochen,waren die Alu-Zuschnitte und Eckverbinder dann auch Säulenweise verpackt und dem Aufbau stand nichts mehr im Wege.Dachte ich!

Nach dem öffnen des ersten Pakets und einem Blick auf die Vielzahl der sauber verpackten Alu-Profilzuschnitte und Verbindungselemente wurde mir erst richtig bewusst,was ich mir da vorgenommen hatte und ich versuchte mich in das Aufbausystem hineinzuarbeiten.Sehr hilfreich war dabei die Aufbauanleitung,bei der die verschiedenen Profile farblich gekennzeichnet waren.Trotzdem habe ich den einen oder anderen Fehler fabriziert,der dann mühsam wieder korrigiert werden konnte.Der Aufbau der letzten Säule lief nahezu perfekt.

Beleuchtung und Rückwandbau

Da ich die Vorderfront nicht Optisch mit Lüftungsgaze „verschandeln" wollte, Hole ich einen Teil der Zuluft über ca. 10 cm große Bohrungen in der Rückwand, die man mit Dekoration recht gut „verstecken" kann. Die Terrarien stehen mit ca. 10cm Abstand zur Wand. Weitere Zuluft ist über die Frontscheiben, bei denen ich mir ein Hänge-Schiebetürsystem geleistet habe, möglich. Die Abluft wird über Front und Rückwandbohrungen gewährleistet. In der oberen Terrarienreihe sind zusätzliche Deckenbohrungen angebracht um Hitzestaus zu vermeiden.

Nachdem die erste Terrariensäule im Rohbau stand begann der Rückwandbau.

Der lief nach dem üblichen Prozedere mit Styropor und Flexfliesenkleber ab und zog sich durch die zwischenzeitlichen Trocknungspausen in die länge. Die Trockenpausen nutzte ich für den Einbau der Beleuchtung, die in allen Terrarien aus T5 Röhren Biovital, HCI- Strahlern und Halogen bzw. Bright-Sun Spots besteht.

Beim letzten Anstrich habe ich den  Fliesenkleber eingefärbt.Nach der restlosen Durchtrocknung der 3 Schichten habe ich noch einen Anstrich mit Lösemittelfreien Tiefengrund aufgebracht um die Beschichtung zu verfestigen,damit sie den Krallen meiner Tiere widerstehen können.Zu guter letzt habe ich die Rückwände noch etwas mit der Airbrush-Pistole „vergewaltigt" um Konturen und Schattierungen etwas zu betonen. Als Deckschicht noch eine Schicht Acryl-Klarlack Seidenmatt, stark verdünnt und fertig.

Der Frontscheibeneinbau war ein Klacks,denn auf der HP von Marine-Systems waren alle Einbaumaße genau beschrieben und durch Skizzen gut erklärt.

Damit war die erste Säule fertig(zumindest unten) und die ersten Tiere konnten einziehen.

Weiter gings mit Säule zwei,die erst fertig werden musste um das obere Terrarium nutzen zu können. Ich wollte die beiden Terrarien durchgängig machen um meinen Varanus glauerti  etwas mehr Bewegungsmöglichkeit bieten zu können.Außerdem besteht dadurch die Möglichkeit die Terrarien zu trennen um eventuell das Weibchen vom Männchen separieren zu können.

Der Aufbau der zweiten Säule ging schon erheblich schneller und fehlerfreier von statten. Die Verbindung und Ausrichtung der beiden Terrarien kostete noch mal Nerven , dies war aber auch bald geschafft.

Rückwandbau und Frontscheibeneinbau ging ebenfalls besser als beim ersten und die alten Terrarien in Spanplattenbauweise gingen in den Sperrmüll. Erstaunlich war, wie Stabil die Styroporrückwände waren. Ich musste ganz schön mit dem Gummihammer  hinhauen.

Und langsam stellte sich Vorfreude ein,denn was ich da so sah, gefiel mir schon recht gut.

das Ende in Sicht...

Über Säule drei gibt es nichts neues, Aufbau noch schneller und leichter als Säule zwei, alle Profile Passgenau, der Bau ein Spaß.

Fertig !!!

Im  unteren Sockel sind sämtliche Elekrischen Anschlüsse untergebracht, die durch Schiebetüren leicht erreichbar sind. Schaltuhren, Pumpe für Beregnung und Dimmsteuerung für eine Sonnenaufgangs- und Untergangssimulation sind ebenfalls dort „versteckt".

Gespannt warte ich auf eine technische Novität, die von einem Freund für mich und meine Tiere entwickelt wird. Damit sollen in einem fest vorgegebenen Temperaturbereich die Sonnenplätze gedimmt werden und somit die Temperaturen im Terrarium geregelt werden, ohne die Spots ganz auszuschalten, bei dem die Tiere jedes Mal erschrecken.

Bessere Fotos von der Gesamtansicht sind im Moment nicht drin, weil der Raum so schmal ist und ich kein „Fischaugenobjektiv" habe. Ein Freund hat eins und vielleicht machen wir mal ein paar bessere Bilder, die ich dann „Nachreiche"

Text und Fotos: Uwe Jahn , München Januar 2010