Bau meiner Aufzuchtanlage

Mit mehr gehaltenen Phelsumen steigt der Platzbedarf für die Aufzucht des Nachwuchses. Aus diesem Grund habe ich beschlossen, mich auf die kommende “Zuchtsaison“ vorzubereiten. Ich stellte deshalb 18 neue Aufzuchtterrarien mit den Maßen 20x20x40 bereit, über deren Fertigstellung ich gerne berichten möchte.

Ich habe mir hierzu in einer nahegelegenen Zoohandlung die Glasbecken in etwas abgewandelter Form bestellt, welche nach zwei Wochen ankamen. Die Abwandlung kommt dem Frischluftbedürfnis der kleinen entgegen, und verhindert ein Entweichen der doch recht kleinen Futtertiere. Die Front und den Deckel der Terrarien ließ ich ohne Lochblech bauen, um selbst Gaze aufzukleben. Ein Glasrahmen oben dient der Stabilität und zur Befestigung der Gaze.

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Zum Arbeiten belagerte ich unseren Wohnzimmertisch für ca. 2 Wochen, da ich leider keinen Bastelraum zur Verfügung habe. Nach dem etwas mühseligen Auspacken und aufreihen ging es endlich los.

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Ich rührte mir ein Gemisch aus flexiblen Fliesenkleber und Abtönfarbe in meinem Wunschton (ocker) zusammen und bestrich die Rückwand der Terrarien mit einem breiten Pinsel. Diesen Vorgang wiederholte ich zwei mal, so dass insgesamt drei Schichten entstanden und man nicht mehr hindurch sehen konnte.

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Auch wenn man noch so genau arbeitet, werden immer Teile besudelt die nicht bestrichen werden sollen. In diesem Fall sind verschiedene Schaber gute Freunde!

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Nachdem alles sauber war wurde die Rückwand mit wasserlöslichem, transparentem Acryllack (auf den blauen Engel achten!) gestrichen, da das eingeplante Epoxydharz ansonsten den gegebenen Farbton zerstört und den Fliessenkleber in seine ursprüngliche Farbe zurück versetzen würde. Das Epoxydharz habe ich bei Conrad Elektronik erstanden, welches eigentlich für den Modellbau bestimmt ist. Mit Harz + Härter “L“ kann man ca. 45min. arbeiten. Man muss genau auf das Mischungsverhältnis achten damit das Gemisch weder zu schnell anzieht, oder nicht richtig aushärten kann. Hierbei hilft eine digitale Haushaltswaage. Nach ca. 24 Std. ist alles ausgehärtet. Danach sollte die gesamte Rückwand gut abgespült werden. Zur Sicherheit habe ich alles mit Essigessenz und Spülwasser abgeschrubbt damit keine giftigen Rückstände zurückbleiben.

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Nach dieser Arbeit konnte ich beginnen die Gaze aufzukleben. Hierbei verwendete ich eine Technik, die ich von Uwe gezeigt bekommen habe. Zuerst habe ich die Gaze (Edelstahl mit 1,0mm Maschenweite) für alle Becken zurecht geschnitten. Diese wird dann mittels Glasstreifen auf die Terrarien mit Aquariensilikon geklebt.

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Eins nach dem anderen...

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Nach einem Tag Trocknungszeit, habe ich mit einer Rasierklinge alle Silikon- überstände beseitigt und mit Spezial Waschbenzin die letzten Flecken entfernt. Diese Arbeit macht zwar riesig Spaß, trotzdem war ich froh als endlich das 18. Becken fertig war... Ein sehr schönes Gefühl wenn man nach viel Arbeit zum Ende kommt und das Endergebnis betrachten kann und der Nachwuchs wächst und gedeiht.

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Für das Regal habe ich mir im Baumarkt beschichtete Spanplatten nach meinen Maßen zuschneiden lassen und selbst zusammengebaut. Es ist zur Stabilität an jedem Boden mit Winkeln an der Wand verschraubt, so kann sich keiner wegen dem Gewicht der Terrarien durchbiegen. Styroporplatten, 10mm stark dienen als Schutz vor Glassprung wegen evt. Spannungen und zur Wärmedämmung für die oberen Becken.

Zur Beleuchtung einer Reihe verwende ich je eine T5 Leuchtstoffröhre 955 Biovital mit 54 Watt. Da diese Wattage eine Länge von 120cm inkl. Fassungen hat, passt sie genau über sechs Terrarien. Die Leuchtstoffröhre liegt direkt auf den Aufzuchtbecken. Wegen der dadurch entstehenden Wärme benötige ich keine weiteren Spots zum Heizen der Terrarien. Eine quer eingebrachte Bambusstange dient den Kleinen als Sonnenplatz. Insgesamt entsteht ein Temperaturgefälle von oben 35°C, bis zum Boden 24°C.

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Die Einrichtung ist sehr spartanisch um den Nachwuchs jederzeit kontrollieren zu können. Sie besteht lediglich aus Bambus und einem Gläschen für Babynahrung. Darin befindet sich eine Ranke Scindapsus und stets frisches Wasser, da es sehr gerne von den Jungtieren zum trinken aufgesucht wird. Als Bodengrund verwende ich Seramis, welches immer feucht gehalten wird.

Ich habe mich bewusst für Einzelbecken und nicht für Blockterrarien entschieden. Die Reinigung ist um einiges leichter, da jedes einzelne Terrarium in der Badewanne ausgewaschen werden kann nachdem ich einen Sprössling abgegeben habe. Außerdem kann ich jederzeit ein Becken umstellen, oder eine Trennwand einschieben falls sich mal zwei Streithähne nebeneinander befinden.

Des weiteren können auch einzelne Terrarien auf den Balkon gestellt werden um den kleinen natürliches Sonnenlicht zukommen zu lassen. Hierfür habe ich mir aus Sperrholz und Gaze eine Falltür passgenau angefertigt um eine Überhitzung zu vermeiden. An trüben oder kalten Tagen stelle ich es auf das Fensterbrett. Die Jungtiere danken dies mit erhöhter Vitalität und schöneren Farben!

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Ich hoffe ich konnte ein wenig Anregung liefern und wünsche viel Erfolg bei der Nach- und Aufzucht eurer kleinen Lieblinge.

Marcus Treffer, Mai 2008