Umbau Regenwaldterrarium

Ich hatte schon längere Zeit ein Terrarium (120*40*70 cm), was ursprünglich als Steppenterrarium diente, unbesetzt stehen. Es wurde von Alex mit großen Felsaufbauten und Höhlen aus Styropor, Fliesenkleber und Epoxydharz ausgestattet. Da mir die Felsaufbauten recht gut gefielen liebäugelte ich erst mit Bewohnern aus der Gattung Cordylus, Phelsuma (barbouri) oder Varanus (storri). Das Terrarium sollte aber das „Highlight" meines Wohnzimmers werden, also gingen meine Überlegungen in Richtung Dendrobaten in einem schön bepflanzten Regenwaldterrarium. Nach fast 9 Monaten Überdenkens sah ich Fotos von Anolis roquet summus „Morne Rouge" und die Entscheidung war gefallen, für diese Art werde ich das Terrarium einrichten! Als Hintergedanke (obwohl ich eigentlich gegen Vergesellschaftung von Terrarientieren bin) eventuell zusammen mit Dendrobaten ? Aber dazu später mehr ;)

Der Umbau begann...

Für die geplanten neuen Bewohner waren die Felsimitationen zu groß und verschlangen viel zu viel Platz, deshalb ging es mit Spachtel und Stechbeitel ans Werk (Bild a + b). Die linke Seite der Felsaufbauten wurde nun abgerissen, zusätzlich wollte ich auch die Rückwand komplett neu gestalten. Dazu wurden unregelmäßige Styroporplatten mit Aquariensilicon angeklebt (Bild c). Weiterhin wurden Löcher, die später als Pflanzschale dienen sollten, eingearbeitet. Um Staunässe in den Löchern zu vermeiden wurden stellenweise „Abflüsse" in dem Durchmesser einer Filmdose integriert (Bild d + e). Diese sollten zukünftig eventuell von den Dendrobaten als Laichhöhle angenommen werden. Dann ging es an das zweimalige Auftragen von flexiblen Fliesenkleber auf die Rückwand und die Felsimitationen (Bild f). Der Fliesenkleber soll hauptsächlich das einfressen in das Styropor, von Heimchen und Grillen verhindern. Weiterhin strukturiert er die glatten Glasscheiben und Styroporplatten.

Versiegelung

Da ich kein Freund von Harz und Härter bin (lange Trocknungszeit, genaues Mischungsverhältnis und dem Gestank ;) entschied ich mich für flüssig PVC (Bild f 1). Dieses gibt es auf Baumärkten und wird hauptsächlich von Fliesenlegern zur Versiegelung von Duschkabinen und ähnlichem verwendet. Es wird in den Farben grau und grün vertrieben. Das flüssig PVC ist sofort gebrauchsfertig, riecht nicht zu stark und kann problemlos mit einem Pinsel aufgetragen werden. Den zweiten Anstrich bewarf ich mit trockenem Kokoshumus (Bild g) um ein besseres bewachsen der Rückwand zu gewährleisten und ein natürliches Aussehen dieser herzustellen. Da das flüssig PVC recht schnell trocknet und dann die Klebkraft verliert kann man nur „stückchenweise" bei diesem Arbeitsgang vorgehen. Nachdem alles gut abgetrocknet war, ging es gleich weiter mit der....

Bepflanzung

Mein Ziel war ähnliches wie im Bild h, welches im Botanischen Garten im Gruga Park Essen entstand. Die Hauptbepflanzung sollte aus klein wüchsigen  Bromelien, Tillandsien und Orchideen und anderen Epiphyten bestehen. Zusätzlich wollte ich möglichst kleinblättrige Boden- und Rückwanddecker, kleine Farne und Moose als Restbegrünung integrieren (Bild i + j).

Einrichtung

Neben der restlichen Bepflanzung fehlten ebenso noch Kletter- und Rückzugsmöglichkeiten für die zukünftigen Bewohner und es traten meine ersten Probleme auf. Bedingt durch den immer noch großen Felsaufbau war es nicht richtig möglich einen durchgehenden Epiphytenast einzubauen, so wie ich ihn eigentlich geplant hatte.

Also griff ich auf dünnere Korkäste zurück und bastelte was zusammen (Bild k + l).

Die große Mopani Wurzel (unten rechts im Bild k) entfernte ich kurze Zeit später da mir die Größenrelationen nicht gefielen.

Ein weiteres Problem hatte ich mit der Beregnung. Ich hatte zwei 6 mm Löcher in die Deckscheibe gebohrt für zwei Düsen. Leider merkte ich beim ersten Testlauf das diese zwei Düsen zu wenig waren und einige Pflanzen kein Wasser ab bekommen würden.